Was ist "Salpeter" eigentlich?

"Salpeter" ist der historische Trivialname für verschiedene Salze, die sich auf Wandoberflächen bilden. Bei uns handelt es sich meist um lösliche Salze wie Nitrate, Chloride und Sulfate.

 

Nitrate finden sich oft in früher landwirtschaftlich genutzten Gebäuden und Stallungen, wo die stark salzhaltigen Ausscheidungen im Urin der Tiere ins Mauerwerk gelangen. Typischer Fall: Der (umgebaute ehemalige oder sanierte) Bauernhof. Aber auch Baustoffe wie Ziegel enthalten bereits Sulfate.

 

Chloride sind farblose oder farbige Salze, die z.B. durch Tausalz im Winter gegen Fassaden gespritzt werden.
Typischer Fall: Direkt an der Strasse gelegene Gebäude

 

Sulfate sind Salze der Schwefelsäure: Bei der Verbrennung schwefelhaltiger Brennstoffe wie Kohle und Heizöl entstehen Schwefeloxide, die mit Wasser und ggf. Sauerstoff die Schwefelsäure (H2SO4) bilden. Deren Salze werden u.a. durch Niederschlagsbestandteile ("Saurer Regen") in Mauerwerk und Erdreich eingetragen und beginnen dort ihr Zerstörungswerk.

Vorgehensweise:

 

Zunächst muss geklärt werden, welche Salze in welcher Konzentration vorhanden sind und wo sie im Mauerwerk auftreten. Ich empfehle zunächst die schadhaften Altputze zu entfernen und mürbe Fugenmasse auszukratzen, da sie meist schon einen sehr hohen Salzgehalt aufweist. Bei umfassendem Salzbefall ist es unerlässlich, Putzproben im Labor zu untersuchen.

Erst dann kann mit der eigentlichen Behandlung begonnen werden.
Hier stehen dem Fachmann verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung, die fallweise vorgeschlagen werden. Nur so kann ein dauerhafter Erfolg erzielt werden.

 

Auch hier gibt es niemals die eine einzige richtige Lösung!

Was nicht hilft:

 

  • Überputzen mit normalem Standardputz (die Schäden kommen wieder!)
  • Hoffen auf Selbstheilungskräfte des Mauerwerks
  • Nichts tun 
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© Martin Hirsch Bausanierungen