Kellersanierung Mietshaus

Eine besondere Herausforderung stellte sich in den Kellerräumen eines Mietshauses im Jahre 2014.    Das etwa 80 Jahre alte Haus hatte im Besitz verschiedener Eigentümer immer wieder kleinere Ausbesserungen erfahren, ohne dass die Substanzerhaltung im Vordergrund stand.

Nach einer umfassenden Bestandsaufnahme (Baupläne lagen leider nicht mehr vor) wurde eine Ursachenanalyse erarbeitet, die als wesentliche Faktoren ergab:

- Extreme Dachneigung, die das Wasser bei Starkregen sofort über die Dachrinnen stürzen lässt

- Völlig fehlende Drainage im wandnahen Aussenbereich

- Falsche Neigung aller Pflastersteine zum Haus hin (setzungsbedingt);
  dadurch kontinuierlicher Wassereintrag in die Mauern

- Misslungene Versuche zur Schadensminderung durch ungeeignete Zementputze

- starke Zersetzung der Zementanteile in den betonierten Kellerwänden

- unzulänglich instandgesetzte frühere Wasserschäden nach Leitungsbruch

- fehlende Sickerschächte im Kellertreppenbereich
 

- ungünstiges (Dauer-) Lüftungsverhalten

 

Zunächst wurden alle maroden Altputze abgestemmt, zumal die Zementputze ein Verdunsten der Mauerfeuchte an der Oberfläche verhinderten. Nun zeigte sich das wahre Schadensausmaß:

Zur Ursachenbeseitigung wurde mit dem Kunden die Einrichtung einer Horizontalsperre per Bohrlochinjektion vereinbart. Dazu wurden im Abstand von ca. 11 cm Kunststoffpacker eingeschlagen, durch die unter 5-15 bar Druck eine silikonbasierte Injektage in mehreren Durchgängen eingespritzt wurde. Damit wird künftig verhindert, dass aufsteigende Feuchte die Wand weiter belastet. 

Da auch die innenliegende Zwischenwand von außen her durchnässt worden war, wurde hier unmittelbar neben der Außenwand auch vertikal eine solche Sperre eingerichtet.

Nachdem die Wände einige Wochen gezielt getrocknet werden konnte, begann der Wiederaufbau. Aus statischen Gründen wurde die brüchige Betonaußenwand mit verzinkten Stahlschweissgittern stabilisiert. Nun konnte in zahlreichen Lagen Ausgleichsputz aufgezogen werden, der die Basis für den eigentlichen Sanierputz schaffte. Auch die Fensterleibungen waren weitgehend weggebrochen und wurden durch vorgeformte Stahlgitternetze nachgebildet.

Nach Vollendung dieser Arbeiten und Abtrocknen des Ausgleichsputzes wurde entsprechend der WTA*-Vorschriften halbdeckend Haftspritzbewurf ausgebracht, der dem nachfolgenden WTA-zertifizierten Sanierputz ausreichenden Halt bietet. Aufgrund der Salzbelastung kam ein hochwertiger weißzementbasierter Sanierputz zum Einsatz, der die Salzkristalle in seinen Poren einlagert und die Mauerfeuchte künftig über die Oberfläche abtransportiert. Die von der WTA vorgeschriebenen 20mm Mindeststärke wurden sicherheitshalber überschritten, da das Mauerwerk nach wie vor hohe Durchfeuchtungsgrade aufweist.

* WTA= Wissenschaftlich-technische Arbeitsgemeinschaft zur Bauwerkserhaltung und Denkmalpflege

Abschließend wurden die Oberflächen mit Sanierschlämme überzogen und geglättet. Ein Deckanstrich auf Silikatbasis sorgt künftig für eine dampfdiffusionsoffene Oberfläche. Im Finish wurden auch alle Böden neu beschichtet.

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© Martin Hirsch Bausanierungen